Karoshi,Stress und Tod

Andere Arbeitskulturen,andere Einstellungen zur Arbeit – aus unserer Sicht durchaus paranoid,wo anders Alltag..

Vier Jahre nach dem tödlichen Herzanfall einer jungen Reporterin hat der japanische Sender NHK eingeräumt, dass ihr Tod auf Überarbeitung zurückzuführen sei. Der öffentliche Sender kündigte am Donnerstag an, seine Arbeitskultur zu ändern.

 Die 31-jährige Politik-Reporterin hatte 159 Überstunden in einem Monat gemacht und war im Juli 2013 tot in ihrem Bett gefunden worden. Ein Jahr danach stellten die japanischen Behörden fest, dass ihr Tod mit Überarbeitung – in Japan wird ein plötzlich berufsbezogener Tod als Karoshi bezeichnet – zusammenhänge. Sie hatte in dem Monat vor ihrem Tod nur zwei Tage frei gehabt.

100 Stunden monatlich

Der Sender NHK machte den Fall aber erst vier Jahre später öffentlich. Der Tod der jungen Frau schockierte die japanische Öffentlichkeit besonders, denn NHK hatte immer wieder das hohe Arbeitspensum in Japan angeprangert und über Fälle von Überarbeitung in anderen Unternehmen berichtet. Wie die „Japanese Times“ berichtet, hoffen die Angehörigen jetzt auf Konsequenzen aus ihrem tragischen Verlust.

Im März 2017 hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften in Japan auf eine Begrenzung der Überstunden geeinigt. Das gefundene Limit – weniger als 100 Stunden monatlich – ist aus ausländischer Sicht dennoch ziemlich hoch.

Wie der „Guardian“ berichtete, erfasste die japanische Regierung allein im letzten Jahr etwa 2000 Selbstmorde, die durch extremen Stress im Beruf bedingt waren. Dutzende Fälle von Herzinfarkten, Schlaganfällen und anderen Erkrankungen, die mit einem überhöhten Arbeitspensum zu erklären sind, kommen noch dazu.

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